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Turin
(dpa) - Sie laufen, springen und fahren hinterher. Die Sportler aus
exotischen Ländern sind die Farbtupfer der Olympischen Winterspielen und ihr
Motto lautet wirklich: Dabeisein ist alles". Angst muss dennoch keiner haben,
dass der Nepalese Dachiri Sherpa die Schlussfeier von Turin verpassen wird.
Der 36-jährige Ski-Langläufer kam zwar nur als 95. von 97 Startern des
15-Kilometer-Rennes ins Ziel, dürfte aber über 50 km am Sonntag noch
rechtzeitig vor Erlöschen des Olympischen Feuers fertig sein. Schließlich
gewann er schon den Himalaya-Lauf über 1000 Kilometer in 108 Stunden, 8
Minuten und 48 Sekunden.
Geschlagen wurde
Sherpa über 15 km in Pragelato im übrigen vom Äthiopier Robel Teklemariam,
der den 84. Platz belegte und als Fahnenträger seines Landes noch um den
Start bangen musste. Der 31- Jährige, der im US-Bundesstaat Colorado
trainiert, erhielt wegen eines überhöhten Hämoglobin-Wertes eine
Schutzsperre. Ich will auch die nächsten vier Jahre laufen", sagte
Teklemariam, denn ich habe viele Träume." Bei den Langlauf-Frauen war mit
Erdene Ochir Ochirsuren erstmals eine Athletin aus der Mongolei bei
Winterspielen am Start. Sie wurde 68. von 70 Teilnehmerinnen.
Der einzige
Senegalese bei den Turin-Spielen war noch niemals im Senegal. Leyti Seck
fuhr im alpinen Super G für das afrikanische Land und lebt bei Pflegeeltern
in Österreich. Ich fühle mich mehr als Österreicher, aber meine Haut ist
dunkel und ich habe senegalesisches Blut in meinen Adern", sagte der 24
Jahre alte Seck, dessen Mutter Deutsche ist. Nicht ganz so nachvollziehbar
ist, wie Mathieu Razanakolona dazu gekommen ist, Madagaskar erstmals bei den
alpinen Rennen zu vertreten.
Die Türkei ist
nicht gerade eine Eiskunstlauf-Nation. Tugba Karademir möchte das mit ihrer
olympischen Pioniertat ändern. Ich bin nicht hier, um eine Medaille zu
gewinnen. Die Kinder werden mich aber im Fernsehen sehen und vielleicht auch
anfangen", hofft die 21- Jährige, die inzwischen in Toronto Biologie
studiert. Immerhin steht sie in der Startliste für die Kurzkür an diesem
Dienstag auf Platz eins - was allerdings alles andere als ein Vorteil ist.
Schon zum dritten
Mal ist der Inder Shiva Keshavan bei der olympischen Rodel-Partie dabei
gewesen. Da es in seinem Land kein Eiskanal gibt, übt er auf Rollen: Wir
haben Räder unter den Schlitten geschraubt und üben damit auf der Straße."
Dagegen war Werner Hoeger schon 2002 in Salt Lake City mit seinem Sohn Chris
im Doppelsitzer für Venezuela am Start. In diesem Jahr trat der 52 Jahre
alte, in den USA lebende Universitätsprofessor, dessen neun Bücher in 39
Auflagen erschienen sind, im Einzel an. Als ich 14 Jahre alt war und die
Olympischen Spielen 1968 in Mexiko-City sah, wollte ich auch einmal dabei
sein."
Dies hatten sich
auch vier Jungs aus Jamaika gedacht, die 1988 als erster Karibik-Staat einen
Vierer-Bob durch den Eiskanal von Calgary steuerten und einen Mythos
begründeten. Festgehalten ist die unglaubliche Geschichte in dem Film Cool
Runnings". Nicht nur ein richtig kühner, sondern auch auch witziger Typ war
Eddie the Eagle" Edwards. Der Brite raste ebenfalls 1988 die Schanze
herunter und galt danach als schlechtester Skispringer der Welt. Ich halte
aber noch immer alle britischen Rekorde", scherzte Edwards in Turin, wo er
als olympischer Zaungast dabei ist. |