26 August, 2008

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Swing und Blues nach Punk und Indisch:  Nina Hagens sanfte Seite

Berlin (dpa) - Es scheint, als habe die Punk-Rebellin Nina Hagen nach mehr als 30-jähriger Karriere ein wenig den Biss verloren: Auf dem neuen Album Irgendwo auf der Welt" plätschern Swing-Songs und Bluesrhythmen gefällig aus den Lautsprechern - Interpretationen von Größen wie Zarah Leander, Frank Sinatra oder auch Ella Fitzgerald. Im Gespräch zeigt die 51-Jährige aber weiter die kämpferische Seite. Diese Songs sind alle sehr politisch", sagt Hagen in einem dpa- Interview. Das Album kommt an diesem Freitag (24. März) in die Läden. Von Juli an wird sie mit einer Big Band live auftreten.

Die Schwarzen, wie der Bürgerrechtler Martin Luther King" seien die wahren Helden der Geschichte der USA, sagt Hagen. Die Jazz- und Blues-Songs sollen eine Hommage an die couragierten Kämpfer für Recht und Freiheit sein. Das Lied Summertime" zum Beispiel kommt ja von Schwarzen in Amerika." Das Politische spielte in Hagens Leben schon früh eine Rolle: Dem aus der DDR ausgewiesenen Liedermacher Wolf Biermann folgten die in Ost-Berlin geborene Nina Hagen und ihre Mutter Eva-Maria 1977 in den Westen.

Für ihr neues Album habe sie 20 Lieder ausgesucht und im Berliner Hansa-Studio aufgenommen. Dort hatte sie bereits früher mit dem Produzenten Tom Müller zwei Alben eingespielt. Mit dieser Zeit hat das neue Album aber nichts mehr zu tun: Kein Punk, keine Rebellion. Von ihren Ursprüngen entfernt sich Hagen aber schon länger: Auf dem per Internet vertriebenen Album Om Namah Shivay" (1999) sang sie indische Lieder. Und im Jahr 2000 hatten es schon einmal zwei ruhigere Titel von Zarah Leander auf das Album Return Of The Mother" geschafft.

Bei den Aufnahmen hab' ich wieder auf derselben Stelle gestanden wie damals", sagt die exzentrische Musikerin in Erinnerungen an die Aufnahmen im Hansa-Studio schwelgend. Das kann ja nur gut geworden sein." Mit dem Bonus-Track schafften es letztlich 17 Lieder auf das Album. Irgendwo auf der Welt" sei ihr Lieblingstitel. Gewöhnlich beginne sie damit jedes ihrer Rockkonzerte - in der ganzen Welt".

Bei der Tour mit dem Capital Dance Orchestra wird alles etwas anders als gewohnt. Kein Rocksong soll zu hören sein: Da gibt es Capital Dance Orchestra pur." Auch beim Outfit will sich Hagen zurückhalten. Ich denke, ich ziehe mich schick an, und dann singe ich." Schon nach den ersten Takten höre sie auf zu denken, erzählt die Musikerin. Das ist wie bei einer Meditation." Die Konzerte sollten sich ihre Fans nicht entgehen lassen, sagt Hagen selbstbewusst: Denn live kriege ich die Sachen noch viel besser hin als auf Vinyl."

 

 

Last modified on:07/07/2008

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