|
Von Constantin von Cossel
Monaco (dpa) - Monaco ist berühmt
als Paradies der Reichen und Schönen. In Monte Carlo sonnen sich die Stars
und Sternchen in edlen Residenzen. Aber auch weniger gut betuchte Touristen
können Monaco einigermaßen preiswert erleben.
In
dem Fürstentum gibt es nicht nur Nobelherbergen, sondern im Hafenviertel La
Condamine auch günstige Hotelzimmer. Auf dem Mittelmeer glitzert die
Morgensonne, wenn in der Frühe die wenigen Fischerboote die Bucht in
Fontvieille verlassen. Das neueste Viertel Monacos wurde ins Meer gebaut,
weil am Land einfach der Platz fehlt. Der steile Felsen, auf dem der Palais
de Prince steht, grenzt den kleinen Hafen mit den vielen Yachten ab und
zeigt das alte Monaco, Monaco Ville, mit den wichtigsten Sehenswürdigkeiten.
Dort begann im 13. Jahrhundert die Geschichte Monacos, als der erste
Grimaldi mit einer List den Felsen eroberte.
Über Treppenstufen gelangt der Besucher auf die Terrassen von Fontvieille.
Wer keinen Abstecher zum nahe gelegenen Automobilmuseum plant, kann direkt
weiter hinabsteigen nach La Condamine. Täglich ist Markt im Hafenviertel,
das südfranzösisches Kleinstadt-flair ausstrahlt. In den Cafés der kleinen
Gassen sitzen großteils Einheimische, die den Noisette, eine Art Espresso,
genießen. In La Condamine herrscht vergleichsweise wenig Verkehr - Mofas und
Luxusautos drängeln sich auf den großen Straßen, die um das Viertel
herumführen.
Trotz des Port de Monaco, in dem Yachtbesitzer miteinander konkurrieren, ist
La Condamine ein vergleichsweise preiswertes Viertel. So finden Touristen
rund um die Rue Grimaldi Hotels, in denen Zimmer für 55 bis 60 Euro pro
Nacht zu haben sind. Wer dagegen das fürstliche Monaco erleben will, kehrt
zurück zur Grenze zwischen Fontvieille und La Condamine. Dort geht es auf
steilem Weg den Felsen hoch nach Monaco Ville. Oben angekommen, liegt links
das Palais du Prince. Gegenüber eröffnet sich ein Blick auf das Meer, auf
Monte Carlo und den Hafen von Monaco. Es ist Zeit für ein Mittagessen - hier
gibt es Tagesgerichte ab acht Euro. Gestärkt geht es anschließend in den
Palast. Einige Repräsentationsräume, beispielsweise der Thronsaal, stehen
Besuchern offen. Im Südflügel ist das Musée Napoléon et des Archives du
Palais" untergebracht. Dort können unter anderem persönliche Gegenstände
Napoleons angesehen werden.
Im
Anschluss geht es weiter am Rande des Felsens entlang zum Musée
Ozéanographique". In dem Gebäude, das mit der Rückseite zur Küste steht,
finden sich riesige Aquarien mit farbenfrohen Fischen und Haien. Der Weg
zurück nach La Condamine fällt in der Mittagshitze weitaus leichter als
bergauf. Unten fährt der Bus für 1,50 Euro direkt ins Herz von Monte Carlo:
Durch Hitze, Abgase und vorbei an unzähligen Baustellen geht es in den
Nobelstadtteil. Zu Fuß wäre die Strecke, wie oft in Monaco, kein netter
Spaziergang gewesen.
In
Monte Carlo kosten die Sui-ten der großen Hotels bis zu 10 000 Euro pro
Nacht. Viele andere Bauten wirken von außen, verdreckt durch die Abgase, wie
Sozialwohnungen. Doch der Schein trügt: Sie zu finanzieren, wäre mit einem
Durchschnittseinkommen unmöglich. In jedem Fall lohnt sich in Monte Carlo
ein Blick ins Grimaldi-Forum.
Das
Casino von Monte Carlo
Von Juli bis September gibt es im kulturellen und geschäftlichen Zentrum von
Monaco zum Beispiel die Ausstellung New York, New York". Berühmt ist auch
das Casino von Monte Carlo, schräg gegenüber des Hotel Paris". Wer über den
roten Teppich hinein schreitet, muss an der Kasse zunächst zehn Euro
bezahlen. Dann führt der Weg durch eine kleine Bar direkt in den Hauptraum.
Schon von weitem ist das Klackern der Chips zu hören. Männer sitzen in ihren
Smokings am Tisch und spielen um Tausende Euro. Während manche Besucher
schweigend um die Tische herumstehen, ereifern sich andere an den Spielern.
Der Tourist staunt - und bleibt fremd.
Ein Ort für den langen Urlaub ist Monaco nicht - die Besucher bleiben im
Durchschnitt zweieinhalb Tage. Schließlich gibt es kaum Strand und somit
kaum Möglichkeiten, im Meer schwimmen zu gehen oder im Sand zu liegen. Die
Kurzzeitbesucher schätzen an Monaco allerdings die kulturelle Vielfalt - so
etwas hat an der Côte d'Azur sonst nur Cannes zu bieten.
www.monaco-tourisme.com |