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Von Ralf Hübner
Plauen/Pirna (dpa) - Wandern in
Deutschland ist meist Wandern im Mittelgebirge. Auch Sachsen bietet dazu
viele interessante Möglichkeiten, etwa im Vogtland und in der Sächsischen
Schweiz. Das achte Weltwunder" misst mehr als 570 Meter und ist aus 26
Millionen roten Ziegeln erbaut. Züge donnern in 78 Metern Höhe über die 1851
vollendete Göltzschtalbrücke bei Myhlau im Vogtland. Die größte Ziegelbrücke
der Welt ist Krönung des Vogtland-Panorama-weges, der seit 2003 Wanderer in
diesen Teil Sachsens lockt. Der Wanderweg ist wie eine Bilderschau der
Landschaften des Vogtlandes", sagt Rolf Ebert, Präsident des
Vogtland-Wanderverbandes.
Von der Göltzschtalbrücke aus geht es nach Süden. Fichtenwälder wechseln mit
Bergwiesen, grünen Auen und Feldern. Immer wieder reicht der Blick bis ins
Egerland und das Fichtelgebirge. Bei der Streckenführung des Panorama-weges
werden Städte bewusst umgangen - der Wanderpfad muss also kurz verlassen
werden, um zum Beispiel in Markneukirchen einen Blick ins Musikinstrumente-Museum
zu werfen. Dann geht es weiter nach Bad Brambach und über Bad Elster nach
Plauen. Die Vogtland-Hauptstadt ist vor allem für die Plauener Spitze
bekannt, die im Alten Rathaus bestaunt werden kann.
Nördlich von Plauen weichen die Nadelwälder dem lichten Dach der Laubbäume.
Der Wanderweg führt nun durch tiefe Täler und über die Elstertalbrücke, mit
279 Metern Länge zweitgrößte Ziegelbrücke der Welt und gewissermaßen die
kleine Schwester" der Göltzschtalbrücke. Die Weiße Elster, der größte Fluss
des Vogtlandes, zwängt sich durch die enge Schluchten im Naturschutzgebiet
Steinicht. Dann weitet sich die Landschaft, das Rauschen der Elster wandelt
sich in ein Murmeln. Später führt der Weg weiter nach Thüringen in Richtung
der Stadt Greiz und kommt nach einem Schwenk zur Göltzschtal-brücke zurück.
Der 220 Kilometer lange Vogtland-Panoramaweg erhielt als erster
Weitwanderweg Ostdeutschlands das Siegel Qualitätsweg Wanderbares
Deutschland". Honoriert wurden unter anderem die Naturbelassenheit und die
gute Markierung. Nach Plänen der Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen
soll es künftig in jeder Tourismusregion des Bundeslandes einen solchen
zertifizierten Wanderweg geben.
Nächster Kandidat ist der im Juni frei gegebene Malerweg" in der Sächsischen
Schweiz. Er folgt in weiten Teilen der Route, den im 19. Jahrhundert Maler
und Künstler zur böhmischen Grenze nahmen. Ebene Waldwege führen plötzlich
in dunkle Schluchten, um dann wieder steil zum Licht aufzusteigen. Maler wie
Caspar David Friedrich und die Schweizer Adrian Zingg und Anton Graff
hielten die Felsen im Bild fest. Sie sollen dem Elbsandsteingebirge den
Namen Sächsische Schweiz" gegeben haben, weil es sie an ihre Heimat
erinnerte.
Von Wehlen steigt der Malerweg zum Bastei-Felsen auf, dann geht es durchs
Polenztal und über Hohnstein zum Großen Winterberg. An vielen Gebirgsbächen
stehen alte Mühlen, die sich in Gasthäuser verwandelt haben. Rund 1000
Kletterfelsen gibt es in der Region. Der 115 Kilometer lange Weg endet dann
in Pirna. Der Tourismusverband Sächsische Schweiz rät, die Strecke in acht
Etappen zu durchwandern.
www.vogtlandtourist.de www.vogtlandwandern.de www.maler-weg.de
www.sachsen-tourismus.de www.saechsische-schweiz.de |