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London (dpa) - Tragbare MP3-Player
sind bei den Verbrauchern sehr beliebt. Doch viele drehen bei diesen kleinen,
superleichten Musikabspielgeräten die Lautstär-keregler zu weit auf. Das
britische Royal National Institute For Deaf People hat herausgefunden,
dass 39 Prozent der 18- bis 24-Jährigen mindestens eine Stunde täglich Musik
über Kopfhörer hören mit bis zu 105 Dezibel (dB(A)). In den USA gibt es
sogar eine Sammelklage gegen einen Hersteller.
Hörschädeninbegriffen
Die ständig steigenden Ver-kaufszahlen der kleinen Geräte alarmieren auch
das Nationale Akustische Institut in Sydney, Australien. Dort befürchtet
man, dass es in naher Zukunft immer mehr ernste Hörschäden geben wird, weil
jeder vierte Nutzer seine Musik viel zu laut hört.
In
den Vereinigten Staaten kam es bereits zu einer Sammelklage gegen die Firma
Apple, den Hersteller des beliebten iPod-Gerätes. Man wirft dem Unternehmen
vor, zu wenig zum Schutz der Konsumenten zu tun. Diese könnten ihre Ohren
beim Musikhören mit einer maximalen Lautstärke von 130 Dezibel belasten, was
der Lärmbelastung eines Formel-1-Rennens entspräche. Apple hat inzwischen
mit einem Computerprogramm reagiert, mit dem die Lautstärke der Geräte
begrenzt werden kann.
EU-Richtlinie In Europa hatte schon vorher eine EU-Richtlinie die maximale
Lautstärke tragbarer MP3-Player gesenkt. Wie die britische Studie zeigt,
können die Geräte dennoch gehörschädigend laut eingestellt werden. So ist
bei 105 Dezibel nach nur 25 Minuten die Lautstärkenbelastung erreicht, die
man seinem Gehör innerhalb einer ganzen Woche (!) zumuten darf. Doch jeder
dritte junge Brite belastet seine Ohren täglich mindestens eine Stunde mit
dieser Dröhnung und nimmt damit bleibende Hörschäden in Kauf.
Wussten Sie
schon, dass...?
... ab einem Dauerlärm von 80 Dezibel (dB(A)) Arbeitgeber passenden
Gehörschutz zur Verfügung stellen müssen. Zum 1. Februar musste diese
Richtlinie des Europäischen Parlaments in nationales Recht umgesetzt werden.
Bisher lag der Wert bei 85 Dezibel.
... es durch Lärm zu Hörschäden kommen kann, aber auch zu Schlafstörungen,
Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Allergien und Migräne. Konzentrationsprobleme
sind ebenfalls ein Abfallprodukt zu hoher Lautstärken.
... Lärmschwerhörigkeit nach wie vor die häufigste anerkannte
Berufskrankheit ist. Allein im öffentlichen Dienst mit zuletzt 291 Fällen
jährlich. Beruflich verursachte Lärmschwerhörigkeit entsteht vor allem an
Arbeitsplätzen mit hohem Verkehrsaufkommen, auf Baustellen und in
Werkstätten.
... Gehörschutzstöpsel halten, was sie versprechen. Sie senken Lärm um
mindestens 10 Dezibel und halten damit die vorgeschriebene
Mindestschalldämmung ein. Dies ergab die Überprüfung der Stiftung Warentest.
...eine Hüftoperation Risiken birgt, ist bekannt. Doch wer hätte gedacht,
dass auch der Chirurg in Gefahr ist? Er riskiert sein Gehör, denn die
elektrischen Geräte bei Hüft- oder Knieoperationen sind extrem laut.
Messungen an den Ohren von Chirurgen ergaben Spitzenpegel von 145 Dezibel,
wie das Australian an New Zealand Journal of Surgery" mitteilt.
... Lärm das Tumorrisiko ansteigen lässt? Wer häufig einem Lärmpegel von
mehr als 80 Dezibel (dB(A)) ausgesetzt ist, hat ein erhöhtes Risiko, ein
gutartiges Akustikusneurinom zu bekommen. Dies stellten Forscher der Ohio
State University in Columbus/USA und des Karolinska Institut in Stockholm
fest. Dauerlärm über 80 Dezibel begünstigt offenbar den Hörnervtumor, der
unter anderem zu Hör- und Gleichgewichtsproblemen führt.
... Lärm Rentiere töten kann? Der Lärm eines Jagdflugzeugs der dänischen
Luftwaffe während eines Tiefflugmanövers kostete ein Rentier das Leben. Das
Tier erlitt durch den ohrenbetäubenden Lärm einen tödlichen Schock. Der
Besitzer und Arbeitskollege" des Rentiers, der als Weihnachtsmann tätige
Olovi Nikkanoff, erhält nun umgerechnet rund 4.000 Euro Schadenersatz, um
sich ein neues Rentier zu kaufen.
... Frösche unbegrenzt quaken dürfen? Die Bewohnerin eines Seniorenheims in
Berlin-Spandau fühlte sich von quakenden Fröschen extrem gestört.
Schließlich hatte sie gegen den Lärm geklagt und eine Umsiedlung der Tiere
gefordert. Das Gericht war jedoch der Ansicht, dass Frösche und Molche unter
strengem Schutz stehen. Es sei verboten, sie zu stören oder gar zu entnehmen.
Naturschutz hat Vorrang. |